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{ Archiv nach Kategorie } Texttheorie

Vom fundamentallinguistischen Textbegriff bis zur Philologie

Grenzen der Sprache vs. des Textes

Der Gödelsche Unvollständigkeitssatz ist nicht das letzte Wort bezüglich der Grenzen des logischen Ausdrucks. Die Ausdrücke, die man in einer bestimmten Sprache baut, sind jeweils einzelne Texte. Die Sprache besteht in den Symbolen, die man in vielen Texten anwendet, sie ist also das Allgemeine, während die realen einzelnen Texte jeweils das Besondere sind. Es gibt [...]

Symbol und Text

Die symbolische Reduktion ist der Vorgang, durch den ein Mensch etwas (Reales oder Gedachtes, ein Gegenstand, ein Sachverhalt, ein Prozess etc.) auf einen Text zurückführt. Der Text ist ein symbolisches Gebilde, das heißt, er besteht aus:

bestimmten Symbolen
in einer bestimmten Anordnung.

Damit ein Mensch einen Text nachvollzieht, muss er die Symbole und deren Ordnung erkennen. In einer [...]

Was die Fundamentallinguistik ist

Man muss zwischen Text, Textsprache und Sprache überhaupt unterscheiden:

Text. Der Text ist ein reales Phänomen, das (nur) die Menschen in der Welt ausmachen können, indem sie Symbole und deren Beziehungen erkennen. Den Text gibt es aber auch dann, wenn kein Mensch ihn wahrnimmt. Das Gesetz der Schwerkraft galt auch unter den Griechen, die es nicht [...]

Dialektik

Allen herkömmlichen und historischen Bedeutungen des Wortes Dialektik liegt ein einziges Phänomen zugrunde. Dialektik ist das Spiel mit dem Text — ob oberflächlich oder tiefsinnig. Man kann sich äußerlich am ausformulierten Text halten und ihn dadurch bloß stellen, dass man ihn anderweitig anwendet. Das muss nicht unbedingt Überredung, kann auch Wissenschaft sein. Man kann sich [...]

Wortwolken

Eine Neuerung in der Textdarstellung, die wir dem World Wide Web zu verdanken haben, ist die Tag- oder Wortwolke, die populäre Webseiten des sogenannten sozialen Bookmarkings in Umlauf gesetzt haben. Hier ein Beispiel aus flickr zitiert nach Müller-Prove:

Bisher kannte man einerseits die Listen und andererseits die Schaubilder. Eine Wortwolke ist eine einfache und anschauliche Listendarstellung, [...]

Der C# Faulheit

Die Programmiersprache C# zeichnet sich aus durch eine gewisse sprachliche Trägheit. Man beschränkt sich auf das Schema Klasse/Feld/Methode und vermeidet, neue sprachliche Konstrukte einzuführen. So gibt es beispielsweise keine Syntax zum dynamischen Aufruf von Klassenmethoden und der Programmierer muss sich über die Reflektionsklassen das entsprechende Methodenobjekt holen und dessen Methode Invoke() aufrufen:
MethodInfo mi = K.GetType().GetMethod(“tue_es”);
mi.Invoke(K, [...]

Lexikalische Bedeutung

Es gibt nicht zuerst die Wörter und erst dann den Text, sondern anders herum: Was es zunächst in der Welt gibt, ist dieser und jener Text als das symbolische Gebilde, das einem Ausdruck unterliegt. Erst wenn wir vor vielen Texten stehen und darin viele Gemeinsamkeiten entdecken, kommen wir zu Symbolen, die immer wieder auftreten und [...]

Universalsprache und Sprachenvielfalt

Die Universalsprache macht die Sprachenvielfalt nicht überflüssig. Ganz im Gegenteil, erst mit ihr wird klar, warum und wozu die verschiedenen Sprachen ein Gewinn sind. Ich meine das ganz abgesehen von den natürlichen Sprachen, die selbstverständlich kulturell wertvoll sind, ich meine die Vielfalt der formalen Sprachen, so wie sie etwa in Mathematik, Naturwissenschaft oder Softwareentwicklung eingesetzt [...]

Text als Universalsprache

Der hiesige Textbegriff zeichnet sich ab als die Universalsprache im Sinne von Gottfried Wilhelm Leibniz und Ramon Llull. Mit Ausdrücken in der Form:
=Texteinheit ~Rolle :Typ
{
=Kind1 ~Rolle1 :Typ1
=Kind2 ~Rolle2 :Typ2

}
lässt sich jeder Text einer beliebigen anderen Sprache wiedergeben. Das heißt, jeder deutsche, chinesische oder altgriechische Satz, jede physikalische, mathematische oder geologische Theorie, jedes moderne oder antike [...]

Mensch und Wirklichkeit

Die Einteilung der Wirklichkeit in Materie, Idee und Text (s. vorheriges Post) ergibt sich nicht aus der Beschaffenheit der Welt, sondern aus der Beschaffenheit des Menschen. Materie ist für uns die äußere Realität, Idee die innere Realität, der Text das, was beide Aspekte zusammenführt. Materie nennen wir das, was uns die Sinnesorgane erschließen, Ideen nennen [...]

Wirklichkeit: Materie, Text, Idee

Vieles gab es, gibt es und wird es in der Welt geben, und dies alles nennt man die Wirklichkeit. Wenn man Gemeinsamkeiten in den vielfältigen realen Sachen entdeckt, und wiederum Gemeinsamkeiten zwischen den Gemeinsamkeiten, und so fort, kommt man zu einer oder vielleicht mehreren Grundarten der Wirklichkeit, die sich nicht aufeinander zurückzuführen lassen.
Viele Leute sind [...]

Text und Realität

Die heute lebenden Menschen können überhaupt nichts mit meinem Textbegriff anfangen, und zwar nicht wegen der technischen Einzelheiten, sondern grunsätzlich, weil sie nicht die leiseste Ahnung von der Realität des Textes haben. Man hält  Text und Idee nicht auseinander. Man steht vor einem Schriftstück und sieht überhaupt keinen Text, sondern die eigenen Ideen über das, [...]