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{ Archiv nach Kategorie } Texttheorie

Vom fundamentallinguistischen Textbegriff bis zur Philologie

Wohlordnung

Wie erklärt sich die Wohlordnung? Warum ordnet der Texteinsatz die Realität zum Guten? Dass die textmäßige Steuerung Ordnung bewirkt, ist kein Wunder, sondern eine Tautologie, denn geordnet nennt man die Sachlage, die sich mit einer einfachen Regel beschreiben lässt. Die Gestaltung der Wirklichkeit so, dass sie einem (kleinen) Text entspricht, bewirk also per definitionem Ordnung. [...]

Text, Sprache, Realität

Ein Text ist ein symbolischer Ausdruck, der aus bestimmten Symbolen besteht und diese in einem artikulierten Ganzen integriert. Einen Text als solchen zu verstehen, bedeutet, die Symbole zu erkennen und das Beziehungsgeflecht zu erfassen.
Der Text wird so weit wir wissen nur von Menschen als solcher verstanden und zum Zwecke dieses Verstehens hervorgebracht. Beim Sprechen oder [...]

Text als Grundlage der Wirklichkeit

Was kann der Mensch? Jeder Mensch hat jederzeit Erlebnisse, er fühlt, ahnt, erinnert sich, beobachtet, etc. Das ist unbezweifelbar, aber: ist das alles? Wohnt jeder von uns in seiner eigenen Welt eingeschlossen? Zu unserer Erfahrung gehört die Idee der Wirklichkeit, eines Raums der mit anderen geteilten Existenz. Dieses ist zunächst unsere Überzeugung, oder unser [...]

Was ist Sprache im Text

Man kann Sprache im allgemeinen Gebrauch als Ausdrucks- und Kommunikationsmittel ansehen, und so unter anderem von der Sprache der Liebe oder der Wale reden. Es gibt aber auch einen fundamentallinguistischen Begriff der Sprache, der nicht auf alles, was man so “Sprache” nennt, anwendbar ist, sondern allein auf Texte. Vielleicht könnte — gar sollte — man [...]

Text und Wohlordnung

Wohlordnung könnte man die Wirkung des Textes auf die Realität nennen. Jegliche Tätigkeit lässt sich verbessern, indem man sie textgesteuert durchführt und den unterliegenden Text strukturell verbessert. Dadurch wird das Ergebnis der Tätigkeit wohlgeordnet: gut strukturiert und daher effizienter, kontrollierbarer, kombinierbarer. Das Wundersame hier ist: Das Textdesign, allein durch Verarbeitung des Textes aus textinneren Überlegungen [...]

Textdesign

Die Textarbeit, die darauf zielt, den Text strukturell zu verbessern, könnte man Textdesign nennen. Ausgehend von einem bestehenden, mit der Zeit verwachsenen Text, oder aber von einem in Planung befindlichen, zu bauenden Text, besteht die strukturelle Textarbeit darin, die Unordnung im Text zu verringern und zu wenigen und enger verflochtenen Texteinheiten zu kommen. DIe Periferie [...]

Objekt Text

Es ist eine Entdeckung, die eine neue Welt aufmachen wird — keine neue ferne Länder, sondern eine neue Welt in allem, was uns schon seit immer umgibt. Der Text ist ein Objekt. Den gibt es in der Welt unabhängig von uns Menschen. Bisher hat man den Text als ein gesprochenes oder geschriebenes Stück aufgefasst. [...]

Die zwei Wahrheitsideale

Wenn wir uns dem Verständnis des Wahrheitsbegriffs nähern wollen, sollen wir zunächst von der Bestimmung dessen, was die Wahrheit ist, Abstand nehmen, und uns mit der Bestimmung des Wahrheitsideals begnügen. Denn es gibt keine Aussage in der Form “Wahrheit ist …”, mit der alle Menschen übereinstimmen würden, dazu gibt es die unterschiedlichsten Positionen, einschließlich der [...]

Was ein Symbol nicht ist

Der Fehler, den wir unbedingt vermeiden sollen, wenn wir uns um den Symbolbegriff bemühen, ist, das Symbol als so etwas wie ein “Zeichen, das für einen Gegenstand steht” zu definieren, wie man es häufig tut. Eine solche Definition ist zunächst deshalb falsch, weil sie nur den Gebrauch eines Symbols, nicht dessen Realität bezeichnet. Ferner [...]

Was ist ein Symbol?

Wie einst Augustinus mit dem Zeitbegriff erging es mir mit dem Begriff des Symbols. Ich dachte, mir wäre es klar und deutlich, bis ich versucht habe, es zu definieren. Meine bisherige Lieblingsformel “Symbol ist die Einheit der Mannigfaltigkeit” (angelehnt an bzw. angeregt von Kant, der sich wiederum an Aristoteles bezieht) geht zwar in [...]

Die Erfahrung des Textes

Indem ich die Realität des Textes behaupte, sage ich nicht meiner Idee des Textes Realität zu, sondern anders herum sage ich einer Realität Textualität zu. Viele Menschen machten bereits die Erfahrung des Textes. In der Juristerei erfährt man die Härte der Gesetze, die viel Arbeit, die nötig ist, um die Regeln zu verfassen, in der [...]

Grenzen der Sprache vs. des Textes

Der Gödelsche Unvollständigkeitssatz ist nicht das letzte Wort bezüglich der Grenzen des logischen Ausdrucks. Die Ausdrücke, die man in einer bestimmten Sprache baut, sind jeweils einzelne Texte. Die Sprache besteht in den Symbolen, die man in vielen Texten anwendet, sie ist also das Allgemeine, während die realen einzelnen Texte jeweils das Besondere sind. Es gibt [...]