In der Tat sind sich, wie Weizenbaum bemerkt, Programmieren und Schreiben sehr ähnlich. Doch dabei handelt es sich nicht um eine Analogie, eine Gemeinsamkeit unter Verschiedenem, sondern ist die Schwierigkeit in beiden Fällen ein und dieselbe, nämlich die Schwierigkeit des Formalisierens. Schreiben, um etwas zu erklären, besteht darin, Erlebnisse in grammatikalische Sätze einzuschieben. Programmieren, um eine Aufgabe zu lösen, besteht darin, die Idee der Lösung in syntaktisch korrekten Sätzen auszudrücken. Wenn die Erlebnisse außergewöhnlich sind und es im eigenen Kulturkreis keine vorgefertigte Redemittel dafür gibt, wird der Prozess des Niederschreibens zu einer Zähmung des Wilden. Genauso wenn man versucht, einen Lösungansatz zu programmieren; es ist ein harter Kampf gegen einen unbestechlichen Gegner, bei dem ständig neue Pferdefüße auftreten. Es handelt sich beim Schreiben wie beim Programmieren um ein und dieselbe Problematik, von jedem Buchautor wie Software-Entwickler gut bekannt, auch dieselbe, die Russell logic’s hell nannte, und die das Verfassen des Werkes zur Logik Hegel die laut eigener Aussage größte Anstrengung überhaupt bereitete: Es handelt sich um die aufreibende Tätigkeit, einen Text (einen weitläufigen, konsistenten, einem Zweck dienenden Text) auszuarbeiten.
Siehe auch: Die Erfahrung des Textes.
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