Die Unterscheidung zwischen Symbol und Kodierung lässt sich verallgemeinern als Unterscheidung zwischen Text und Kodierung. Mit Text bezeichnen wir das symbolische Gebilde, den symbolischen Ausdruck, der einen Zusammenhang zwischen Symbolen darstellt. Ein und derselbe Text lässt sich auf vielerlei Weise wiedergeben, erstens indem man die Benennungen ändert, ferner aber überhaupt indem man eine andere Sprache (eine andere Morphologie, Syntax, Phonetik bzw. Notation, usw.) benutzt. Da ein beliebiger Text, der in einer beliebigen formalen oder menschlichen Sprache vorliegt, unter unserem allgemeinen Textbegriff fällt, lässt sich unsere Textsprache als normalisierte Kodierung und die anderen formalen und menschlichen Sprachen als alternative Kodierungen ansehen. Diesen grundlegenden Textbegriff gilt es nun, informatisch umzusetzen. Es geht darum, sowohl die Umformungen zwischen formalen Sprachen zu automatisieren, wie auch die Umformungen zwischen menschlichen Sprachen zu unterstützen und steuern. Dieses wäre für die Informatik nicht nur ein zu leistender Dienst, sondern sogar eine Grundauffassung, auf der alle Software überhaupt aufgebaut werden könnte, ein grundlegendes Software-Modell, das alle existierenden und noch zu erfindenden Programmierparadigmen und -techniken miteinbezieht. Denn die Textdarstellung, -speicherung und -umformung ist nicht nur ein Hauptgeschäft der Informatik, sondern im Grunde genommen sein einziges Geschäft überhaupt.
Die breite Unterstützung von Symbol und Kodierung wäre schon ein bemerkenswerter Fortschritt. Die volle Unterstützung von Text und Kodierung würde eine umwälzende Erneuerung der ganzen informatischen Landschaft mit sich tragen.
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