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Überfordert

Unser Jahrhundert ist völlig überfordert. Nicht mit der natürlichen Welt — die hatte der Mensch noch nie unter Kontrolle —, sondern mit der Welt, die wir selbst aufgebaut haben. Wir können unsere gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, rechtlichen, wissenschaftlichen Institutionen nicht mehr kontrollieren. Milionen von uns stecken tagtäglich in den Stau, weil wir nicht in der Lage sind, den Verkehr zu koordinieren. Wir können nicht über Politik ernsthaft diskutieren — nicht auf nationaler Ebene, schon gar nicht weltweit —, weil die Folgen der zu erwägenden Maßnamen nicht sachlich auszumachen sind. In der Wissenschaft können wir uns nur über Kleinigkeiten einigen, für die tiefgründigen Fragen verfügen wir weder über die geeignete Sprache noch über den gesellschaftlichen Rahmen. Die europäische Hochkultur ist zu einer Nische verkommen, einer neben der Legion anderer kulturellen Nischen, aus denen unsere Massengesellschaft besteht.

Es muss unbedingt etwas grundsätzlich anderes gemacht werden, wenn wir die schon deutlich wahrzunehmenden Barbarei vermeiden wollen. Nicht weiter in die selbe Richtung sollten wir gehen, sondern anhalten sollten wir, uns eine Verschnaufpause gönnen und die Orientierung wieder gewinnen, bevor wir weiter machen.

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