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Der Name der Rose (1)

Was ist eigentlich die Software? Was ist denn eigentlich ein Textverarbeitungsprogramm? Was ist eine Datenbank? Kann man so was anfassen? Wohl nicht. Ist es denn irgendwie eine Idee? Wohl auch nicht, denn eine Idee lässt sich maschinell nicht unmittelbar einsetzen, und die neu besorgte Software lässt sich direkt in den Rechner installieren und verrichtet eine bestimmte Arbeit. Wenn sie nicht real ist, wieso spielt sie im Einsatz, im Handel und Recht eine so stabile Rolle? Wenn sie real ist, wieso kann man sie so schlecht mit etwas Materiellem identifizieren, da man sie nicht wahrnehmen kann?

Die Software ist Text. Eine bestimmte Software, etwa die Version so und so vom Textverarbeitungsprogram so und so, ist ein bestimmter, fixierter Text, der in elektronischer Form vorliegt. Eine Rose duftete und eine Glühbirne leuchtete, auch wenn sie noch keinen Namen bekommen hätten. Aber eine Datenbank gibt es dann und nur dann, wenn es gewisse Informationstrukturen gibt, die man auf gewisser Weise verarbeiten kann. Eine Software gibt es nur, insofern sie verursacht, dass das Verhalten des Rechners unter einer bestimmten Beschreibung fällt. Die Realität der Software ist die Realität der Sprache: der Text.

Deshalb ähnelt die Software so sehr einem Buch. Man kann sie ohne Verlust kopieren, womit man nicht eine neue gleiche, sondern noch einmal dieselbe Software bekommt. Und wenn man sie entwickelt, fängt man mit einer unausgegorenen Fassung an (die Schriftsteller reden vom Monster des Buches, die Softwareentwickler von der Alpha-Version), die man allmählich ausreifen lassen muss, bis sie zum fertigen Produkt wird.

S. auch Der Name der Rose (2).

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