Das Relationale Datenbankmodell ist eine der größten Errungenschaften der Informatik überhaupt. Es ist eindrucksvoll, wie ausdrucksstark eine Abfragesprache wie SQL ist. Diese Sprache verrichtet in der Gegenwart täglich die Arbeit, die sonst unzählige Programmierer einer herkömmlichen Programmiersprache leisten sollten — was ja im Endeffekt bedeutet, dass sie viele sonst undenkbaren Aufgaben ermöglicht. Das Relationale Modell ist — möchte man fast sagen — perfekt: Die Datenstruktur und die Sprache sind einfach und klar, mit wenigen Mitteln, die sehr allgemein gehalten und ohne Ausnahmen sind. Alles basiert auf ein simples mathematisches Modell, das dem Ganzen eine solide Struktur verleiht.
Der durchschlagende praktische Erfolg des Relationalen Modells veranlasst einige Überlegungen. Hier stehen wir nicht vor irgend einer Erfindung, die man mehr oder minder erfolgreich einsetzen kann. Hier stehen wir vor einer grundlegenden Einsicht in den Kern der Informationsstruktur. Wenn sich beliebige Daten mit diesen wenigen Mitteln repräsentieren, verwalten und abrufen lassen, dann beschreibt dieses Modell die Daten als solche und trifft sein Wesen. Das Relationale Modell ist kein technisches Konstrukt, sondern es ist eine Theorie, die — so wie die Newtonschen Gesetzen — die Regelmäßigkeiten in der Wirklichkeit erfasst.
Das Relationale Modell nehmen wir zum Vorbild in unserer Suche nach einer allgemeinen Textstruktur. Wir wollen den Kern des Textes treffen, genauso wie unser Vorbild den Kern der Daten trifft. Wir wollen ein schlichtes mathematisches Modell finden, das den Text und dessen Umformungen beschreibt. Denn die Daten sind zwar ein wichtiger Teil der Software, aber lange nicht alles. Der Text hingegen ist ein allgemeineres Gebilde, das nicht nur Datenstrukturen, sondern auch allerlei Algorithmen miteinbezieht.
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