Aus dem Philosophiebegriff, der Philosophie als persönliche Auseinandersetzung mit Ideen auffasst, folgt die Erkenntnis, dass es keine Philosophie betreibende Disziplin geben kann. Philosophie kann nur jeweils von einem Menschen betrieben werden, weil es um jeweils seine Ideen geht und man die eigenen Ideen als solche nicht mit anderen Menschen teilen kann. Die Wissenschaft denkt nicht, das ist kein Mangel, sondern entspricht ihrer Beschaffenheit. Das einzige, was die Wissenschaft für die Philosophie machen kann, ist dem Einzelnen Hilfsmittel und Informationen bereitzustellen, um ihm in seiner eigenen Ideenarbeit beizustehen. Das wird aber naturgemäß nie zu einem “Fach” führen, sondern je nach dem, worüber die Ideen jeweils sind, wird es sich um diese oder jene Einzelwissenschaft handeln.
Deswegen ist die Philosophische Fakultät in der modernen Universität nie zu einem sinnvollen Fach geworden und herrscht da die größte Unordnung und Kopflosigkeit. Sie bildet keine Denker aus, sondern ideenschwache orientierungslose Doxologen. Die moderne Universität zeichnet sich dadurch aus, dass sie ein Großbetrieb ist, deren Agenten keine Elite mehr, sondern eine Legion meist mittelmäßiger Mitarbeiter sind. Wenn die Masse “selbst denken” will, so ensteht daraus bestenfalls eine Popkultur, in der Regel bloß pendelnde Modeerscheinungen. Die gegenwärtige Philosophische Fakultät ist ein Überbleibsel der Vergangenheit und hat keine Daseinsberechtigung mehr. Es gibt keinen Platz für eine wissenschaftliche Philosophie: Die Erkenntnisse über die Realität werden von Einzelwissenschaften erzielt; mit den grundlegenden wissenschaftlichen Theorien, die Einzelwissenschaftübergreifend sind, soll sich die zu gründende Organonwissenschaft beschäftigen; darüber hinaus gibt es nur die Ideenentwicklung, das ist aber eine freie kreative kulturelle Tätigkeit und grundsätzlich keine wissenschaftliche. Mit der Philosophischen Fakultät lässt sich heute sinnvollerweise nur eins tun: sie aufzulösen.
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