Zum Inhalt gehen

Schnittstellen und Flickenteppiche

Schnittstellen sind eine kurzfristige Lösung, deren Bedarf aber ist das Symptom eines tieferen Problems. In der heutigen Softwarelandschaft müssen viele Schnittstellen programmiert werden und man vermisst viel Funktionalität, die fehlt, weil die dafür notwendigen Schnittstellen nicht zur Verfügung stehen. Die aktuelle Software wirkt wie ein Flickenteppich, sogar innerhalb eines einzigen Softwaresystems. In der Wissenschaft ist jetzt die Interdisziplinarität en vogue: Bei der Anwendung fällt auf, dass es einen Harmonisierungsbedarf zwischen den Disziplinen gibt. Die Einzelwissenschaften untersuchen jede “ihre” Welt, anstatt dass alle über “die” Welt Kenntnisse erlangen würden.

In der Software, in der Wissenschaft und überall ist der Bedarf an Schnittstellen kein notwendiges Übel, sondern das Symptom für mangelnde Infrastrukturen. Wenn die Software und die Wissenschaft aus einem Guss gebaut wären, würden sie als Ganzes eine Einheit bilden, ohne “Schnittstellen” zwischen den Teilen zu bedürfen. Diese Einheit wird nie hergestellt werden, indem man bereits bestehenden Teilen zusammenflickt, sondern indem man Infrastrukturen baut, auf die alle Komponenten basieren. Die Herausforderung ist hier groß: zunächst die theoretische, um feste, tiefgründige theoretische Grundlagen zu erarbeiten, dann die praktische, um eine funktionsfähige Infrastruktur zu bauen.

Kommentar hinterlassen

Sie müssen sich anmelden, um einen Kommentar zu hinterlassen.