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Die Idee der Schönheit [Hegel]

Zuletzt die Idee, die alle [Ideen] vereinigt, die Idee der Schönheit, das Wort in höherem platonsichen Sinne genommen. Ich bin nun überzeugt, daß der höchste Akt der Vernunft, der, in dem sie alle Ideen umfaßt, ein ästhetischer Akt ist und daß Wahrheit und Güte nur in der Schönheit verschwistert sind. Der Philosoph muß ebensoviel ästhetische Kraft besitzen als der Dichter. Die Menschen ohne ästhetischen Sinn sind unser Buchstabenphilosophen. Die Philosophie des Geistes ist eine ästhetische Philosophie. Man kann in nichts geistreich sein, selbst über Geschichte kann man nicht geistreich raisonieren — ohne ästhetischen Sinn. Hier soll offenbar werden, woran es eigentlich den Menschen fehlt, die keine Ideen verstehen — und treuherzig genug gestehen, daß ihnen alles dunkel ist, sobald es über Tabellen und Register hinausgeht.

Aus dem [ältesten Systemprogamm des deutschen Idealismus], 1796 od. 1797, häufig Hegel zugeschrieben. 4. Absatz nach G.W.F. Hegel: Werke in zwanzig Bänden. Theorie Werkausgabe, Bd. 1., S. 235, Suhrkamp Verlag, 1971.

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