Die Textarbeit, die darauf zielt, den Text strukturell zu verbessern, könnte man Textdesign nennen. Ausgehend von einem bestehenden, mit der Zeit verwachsenen Text, oder aber von einem in Planung befindlichen, zu bauenden Text, besteht die strukturelle Textarbeit darin, die Unordnung im Text zu verringern und zu wenigen und enger verflochtenen Texteinheiten zu kommen. DIe Periferie des Textes wird kaum geändert, hier geht es um die inneren Schichten. Als Vorbild von einer solchen Textarbeit können wir die minimalistische Programmierung ansehen. Textdesign kann man aber grundsätzlich überall verrichten, wo man es mit ausformulierten großen Texten zu tun hat. Das Prinzip, unter dem man Textdesign macht, ist ein rein logisches, das sich nicht aus dem Bereich ergibt, wo der Text eingesetzt werden soll, sondern allein aus Text-internen Erwägungen. Das Vorgehen besteht darin, Ähnlichkeiten zwischen Texteinheiten zu finden, um zu modularen Verfassungen zu kommen, das heißt zu Texteinheiten mit starker inneren Bindung und flexibler Verbindung miteinander. Das Textdesign geht nahtlos ins Sprachdesign über, wenn es um grundlegende Texteinheiten mit sehr breiten Anwendungsmöglichkeiten gibt. Die Sprache ist strukturell gesehen eine Schicht des Textdesigns.
Siehe auch: Text und Wohlordnung.
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