Das größte Problem der gegenwärtigen Wissenschaft ist keins der Einzelprobleme, wie groß auch immer einige Einzelprobleme wie etwa die Parzellierung des Wissens oder der Verständlichkeitsverlust der Fachsprachen oder der Mangel an Konsistenz im Ganzen sind. Das Grundproblem, das man unbedingt angehen soll, wenn die Wissenschaft überhaupt eine nennenswerte Strukturverbesserung erfahren soll, ist meines Erachtens die Unfähigkeit zur Reflexion. Dass das Ganze der Wissenschaft ein einziges Unternehmen ist, das man auch unter Kontrolle bringen kann, das übersteigt die Vorstellungskraft der heutigen wissenschaftlichen Agenten. Die Reflexion über die Wissenschaft, wenn überhaupt, findet nur in deren Peripherie statt und gehört nicht zum eigentlichen wissenschaftlichen Betrieb. In diesem gibt es nur hie und da methodologische Bemühungen, die finden aber nur jeweils im Zusammenhang mit einem Fachgebiet statt, und werden von Fachkräften des Gebiets durchgeführt. Den Vorsprung wird man haben, wenn die Methodologie von Fachkräften der Methodologie entwickelt wird, die diese an alle existierenden Fachgebiete anwenden. Wenn die Reflexion über die Wissenschaft zu einem Teil des wissenschaftlichen Betriebes wird. Wenn also das im Gange gesetzt wird, das wir das Organon nennen.
Siehe auch: Die Physik in der Sackgasse?.
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