Der Fehler, den wir unbedingt vermeiden sollen, wenn wir uns um den Symbolbegriff bemühen, ist, das Symbol als so etwas wie ein “Zeichen, das für einen Gegenstand steht” zu definieren, wie man es häufig tut. Eine solche Definition ist zunächst deshalb falsch, weil sie nur den Gebrauch eines Symbols, nicht dessen Realität bezeichnet. Ferner aber, und viel schlimmer, übersieht diese Definition, dass nicht nur das Symbol existiert, ohne dass es für einen Gegenstand steht, und auch nicht nur, dass dasselbe Symbol für verschiedene Gegenstände stehen kann, sondern vielmehr missversteht sie die Funktionsweise der Symbole grundsätzlich. Ein Symbol ist nicht dazu da, etwas zu bezeichnen, sondern existiert als intersubjektive, persistente Realität, unter der man Gegenstände subsumieren kann. Der Gebrauch von einem symbolischen Ausdruck besteht zum Teil in dem Umgang mit dem existierenden Text (Überlieferung, Umwandlung), und zum Teil in deren Anwendung. Unter der Anwendung fällt das Subsumieren anderer Gegenstände oder Situationen unter dem Text. Bei jedem Fall der Anwendung deutet man das Symbol als Zeichen eines Gegenstandes, aber nicht bei allen Anwendungen desselben Symbols steht es für denselben Gegenstand. Der Gebrauch des Symbols als Zeichen-für ist also nur ein Teilaspekt der Anwendung der Symbole, und die Anwendung im Ganzen macht wiederum nur die Hälfte dessen aus, was man mit Symbolen tut, mit denen man auch materiell hantiert.
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