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Organon und Textorientierung

Ich möchte zweierlei in Umgang setzen. Das eine ist das Organon, das andere die Textorientierung. Beide passen zwar zueinander gut, sind aber eigentlich zwei grundverschiedene Sachen. Das Organon ist das wissenschaftliche Organ, die Textorientierung dessen Methode. Das Organon ist der gesellschaftliche Agent, die Textorientierung das Paradigma. Das Organon ist vor jeder Textorientierung nötig, als zeitgemäße Fassung der Enzyklopädien, die es schon in der Antike, durch das ganze Mittelalter hindurch und bis hin zum 19. Jahrhundert gab und das ganze Wissen zusammenfügen wollten. Das Organon ist auch als einheitliche Methodik nötig, als universellen Maßstab, der alle Wissenschaften in globalem Kontext einordnet und die Erkenntnisse in Beziehung zueinander setzt. Den Bedarf des Organons kann man einsehen, ohne irgend etwas vom Textbegriff zu verstehen. Historisch gesehen hätte das Organon in der Antike gegründet werden können und auch heute noch existieren. Die Textorientierung wäre dann nur die zeitgenössische Ausprägung. Die Textorientierung ist ein Kind der Gegenwart bzw. der jetzt anbrechenden Zukunft. Das Organon hingegen ist ein Kind der Menschheit und sein Bedarf wird es bestehen, so lange es Menschen gibt.

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