Der Gödelsche Unvollständigkeitssatz ist nicht das letzte Wort bezüglich der Grenzen des logischen Ausdrucks. Die Ausdrücke, die man in einer bestimmten Sprache baut, sind jeweils einzelne Texte. Die Sprache besteht in den Symbolen, die man in vielen Texten anwendet, sie ist also das Allgemeine, während die realen einzelnen Texte jeweils das Besondere sind. Es gibt aber sowohl Texte, die nicht in einer einzigen, sondern in mehreren Sprachen, wie auch welche, die in keiner Sprache artikuliert sind. Letzteres geschieht bei Texten, deren Symbole zum Teil einmalig sind. Der Begriff der Sprache ist zwar nützlich, um bestimmte allgemeine Eigenschaften von Texten zu untersuchen, wenn es aber darum geht, die Eigenschaften des Textes überhaupt zu ermitteln, kann man sich nicht auf eine Sprache beschränken, auch nicht auf Sprache im Allgemeinen, sondern muss man sich am Text an sich orientieren. Was Gödel ausgemacht hat, sind die Grenzen des Ausdrucks von Sprachen, die gewissen Merkmale aufweisen. Wo aber die Grenzen des Textes überhaupt liegen, das bleibt nach wie vor von der Wissenschaft unbekannt.
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