Gestern lief auf BR-alpha eine Sendung über Kurt Gödel und den Wiener Kreis. Nachdem der Unvollständigkeitssatz vorgestellt wurde, stellte man als Fazit die Formel auf: Wahrheit > Sprache (die Welt, die auch in der Formel stand, lasse ich erstmal außen vor). Diese Formel hat mich fasziniert. Den Gödelschen Satz habe ich bisher immer ausgelegt als: Was wir wissen, ist viel weniger als das, was wir zu wissen meinen. Nicht als: Was wir wissen, ist mehr als das, was wir beweisen können. Naja, hängt natürlich davon ab, was man für Wissen ausgibt.
Richtig interessant wäre (bzw. wird sein), den Gödelschen Satz, der über Sprache handelt, auf den Text zu übertragen. Denn nicht die Sprache ist das Grundphänomen, sondern der Text, und eins ist schon einmal klar: Text > Sprache. Was der Wahrheit angeht, wie ich zu sagen pflege, deren gibt es zwei, die Wahrheit der Texte und die der Ideen, die sich gegenseitig bereichen können aber nicht auf einander zurückzuführen sind.
Siehe auch: Grenzen der Sprache vs. des Textes.
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