Die aktuellen Dateisysteme bestehen aus einer Baumstruktur von Namen und ordnen jedem Eintrag einen Speicherraum zu. Die Grenze der Datei ist die Grenze des Betriebssystems; von dem, was in der Datei steht, weiß das Betriebssystem nichts, es ist Sache der einzelnen Programme.
Der textorientierte Ansatz macht das Betriebssystem für den Text verantwortlich. Für den ganzen Text. Der Text fängt mit der bloßen Namensgebung an. Doch die Namen beschränken sich nicht auf eine Hierarchie Laufwerk / Ordner- / Dateiname, sondern der Namensraum ist selbst ein Text und hat alle Möglichkeiten des völlig ausgebauten Textes.
Es gibt hier außerdem keine Grenze wie “Datei”. Wenn ich ein Buch mit einem Textverarbeitungsprogramm verfasse, so kann dieses Buch zwar auch als einziges Dokument behandelt werden (z. B. gedruckt, versendet oder ortographisch geprüft werden), aber man kann sich auch etwa für das Inhaltsverzeichnis interessieren, das man beispielsweise in einem Kalkulationsblatt bearbeiten könnte, um den Fortschritt des Schreibens zu kontrollieren, mit einer zusätzlichen Spalte “Status” mit den Optionen leer/angefangen/geschrieben/geprüft. Hierbei handelt es sich nicht um zwei isolierte Dateien, sondern um einen einzigen Text (Buch+Kontrollinformationen), der von zwei Programmen aus bearbeitet wird. In einem heutigen System ist eine solche Konstellation stark abhängig davon, um welche zwei Programme es sich handelt. Nur wenn der Hersteller den Fall vorgesehen hat und unterstützt, wird es möglich sein. Und die Schnittstelle wird jeweils nur für den Einzelfall gelten. Im textorientierten System stellt diese Konstellation kein Problem dar und funktioniert auf Anhieb für alle Programme ohne eine zusätzliche “Schnittstelle” zu bedürfen.
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