Mit der Textorientierung wird eine neue Softwarelandschaft entstehen. Die aktuelle Software zeichnet sich durch absolute Text-Ahnungslosigkeit aus. Wollen wir eine Liste ausarbeiten? So setzen wir ein Kalkulationsblatt ein. Wollen wir aber eine Schrift verfassen, so entscheiden wir uns für ein Textverarbeitungsprogramm. Haben wir andererseits gut strukturierte Daten, speichern wir sie in eine relationale Datenbank ab. Das gegenwärtige Modell ist also: es gibt bestimmte Informationsstrukturen, jede ist unabhängig von den anderen und wird durch Spezialprogramme gesteuert. Die unerlässliche Folge ist die Kleinstaaterei: Großer Aufwand ist nötig, um zwischen den einzelnen Insellösungen zu vermitteln, und das Zusammenspiel ist im Ganzen mangelhaft.
Das textorientierte Modell sieht ganz anderes aus. Da sind Listen, Tabellen, Hierarchien, Schriften, Relationen usw. keine eigenständige, isolierte Grundbegriffe sondern besondere Textkonfigurationen, d. h. Texte mit bestimmter Charakteristik. Eine Liste ist eine “Reihe von” (wovon auch immer), ein textorientiertes Kalkulationsprogramm kann mit Listen von Zeichenketten genauso gut umgehen wie mit Listen von E-Mails oder mit Listen von Feldern einer Datenbanktabelle. Mit einem textorientierten Datenbanksystem können Schriften, E-Mails und Listen genauso gut abgefragt werden. Beispiel: Man könnte in einem textorientierten System mit einem Kalkulationsblatt die Liste bearbeiten von allen Absendern von E-Mails der letzten zwei Jahre, von denen man keine Telefonnummer weiß, dafür aber eine Homepage, die in den letzten 3 Monaten aktualisiert wurde. Und zwar könnte man dies spontan und ohne Programmierungsarbeit tun.
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