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Unix und Text

Unix zeichnet sich unter allen Betriebssystemen durch markante Textorientierung aus. Gerade das hat zur Folge, dass es das beliebteste Betriebssystem unter Programmierern ist. Denn Software ist Text, Textorientierung ist daher in der Softwareentwicklung sachgemäß (das weiß man heute noch nicht, der Unix-Fachmann spürt aber, dass dies der richtige Weg ist).

Was ich unter Text verstehe, kommt in Unix in verschiedenen Gestalten vor. Manchmal unter dem Namen Text, etwa wenn man jedes Programm als Filter auffasst, der einen eingegebenen Text verarbeitet und wieder ausgibt. Manchmal ohne diesen Namen, so bleibt man etwa beim Schlachtruf “KISS! Keep It Simple, Stupid!” stehen, ohne den schleierhaften “it” als einen Text ans Licht zu bringen. Ferner ragt die Unix-Gemeinde traditionell durch den Umgang mit dem nicht ausführbaren Softwaretext heraus: zum einen wird der Quellcode verteilt (womit die installierte Software keine Blackbox ist), zum anderen ist jedes Programm mit den so-genannten man-Seiten gut dokumentiert.

Rund um das Unix-Betriebssystem ist eine Auffassung der Softwareentwicklung entstanden, die viel mehr ist, als nur eine Eigenart oder eine Art unter anderen möglichen. Seine Textbasiertheit ist kein Gag. Da berührt Unix als einsame Spitze den Nerv der Software überhaupt.

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