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Programmiersprache als Textinstrument

So wie ein Musikinstument dazu da ist, Musik hervorzubringen, dient auch eine Programmiersprache dazu, Texte herzustellen. Der Computer wird durch Text gesteuert. Mit Programmiersprachen lassen sich Texte bilden, warten und weiterentwickeln, die viel komplexer sind, als das, was der Mensch ohne Sprache (knotenweise) zustande bringen und kontrollieren könnte.

Doch das Feld der Programmiersprachen ist durch Gewohnheit und Fantasielosigkeit geprägt. Der zufällige erste Ansatz wird willenlos gefolgt. Die heutige Programmiersprachen kommen aus dem eigenen Paradigma nicht heraus; sie begnügen sich damit, den eigenen theoretischen Ansatz zu verewigen. Man sollte diesen starren Weg der Implementationsorientierung verlassen und anfangen, mit der Sprache kreativ, spontan und ungezwungen umzugehen und sie den realen Problemen und deren Lösung näher zu bringen. Anstatt beispielsweise die Entwicklung von Benutzeroberflächen mit bloßer Objektorientierung zu begegnen, sollten wir etwa anfangen, Sprachen zu Beschreibung von Layout und Benutzerinteraktion zu erfinden. So könnte der Softwareentwickler seine Energie daran einsetzen, eine geeignete Benutzerschnittstelle konzeptuell zu erarbeiten, anstatt wie heute nötig, die meiste Zeit damit verbringen zu müssen, das Konzept in funktionierende Software zu übersetzen.

Die bestmögliche Entfaltung der Programmiersprachen wird man erreichen, indem man zwei Ansätze parallel aber unabhängig voneinander pflegt. Zum einen soll es praxisnahe Entwicklung geben, die sich der Realität möglichst gut anpasst und unbekümmert Neues ausprobiert. Da sind die Ingenieure und die Programmierhelden gefragt, kreativ zu sein und neue Wege zu eröffnen. Zum anderen soll eine gründliche wissenschaftliche Arbeit verrichtet werden, die darin besteht, die existierende Software zu untersuchen, darin Gemeinsamkeiten zu finden, Sprachkritik zu üben und zu neuen, besseren, einfacheren und mächtigeren Programmiersprachen zu kommen. Diese theoretische Arbeit wird darin bestehen, die Textstrukturen des realen erfolgreichen Einsatzes zu verfeinern und durch Versprachlichung für die Allgemeinheit zu erschließen.

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