Das, was sich selbst zunächst bescheiden für ein bloßes Dateiformat ausgibt, stellt vielmehr einen großen Schritt in der richtigen Richtung in der Informatik überhaupt dar. Ganz abgesehen vom Format selbst — das sogar schwere Mängel die Lesbarkeit und Benutzerfreundlichkeit betreffend aufweist — hat die XML sehr viel gute Eigenschaften, wie:
- Sie ist textbasiert. Der Text bildet eine eigene Schicht zwischen dem Informations-Produzenten und dem -Konsumenten.
- Sie ist universal. Allerlei Informationen lassen sich mit ihr abbilden.
Aber ganz wichtig für die XML ist Folgendes:
- Sie verfügt über eine Abfragesprache. Das ist das Kernstück, das die XML zu etwas Neuartigem (auch verglichen mit SGML) macht. Erst die Abfragemöglichkeiten machen das relationale Modell zu etwas Besonderem. Genauso bringt XQuery der XML zu ganz neuen Ufern.
- Sie ist standard. Nicht zuletzt ist die XML allein deshalb großartig, weil sie ein weltweit einheitliches Standard ist. Überhaupt ist das World Wide Web in der Weltgeschichte ein sonderbares Phänomen, das als Standard geboren und sofort weltweit akzeptiert und unverändert angewendet wird, anstatt (wie sonst üblich) sich die Standardisierung mühevoll Jahrzehnte, ja Jahrhunderte lang erkämpfen zu müssen.
Die XML ist nicht als Datenaustauschformat, sondern als Informationsstruktur wichtig und neuartig. Sie ist aber kein bloßer Datentyp neben den anderen Datentypen. Mit der XML rückt die Informatik der Anwendung des wohlverstandenen Textes ein bisschen näher. Sicher ist die XML noch fern von meinem Textbegriff, der mir theoretisch viel besser fundiert und daher viel mächtiger erscheint. Aber meinen Textbegriff gibt es nur als Vorstellung in diesem Weblog, wohingegen die XML, sie gibt es in der Welt wirklich!
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