DER VERWERTER: «Philosophen als Vermittler» ist der Ansicht, die Philosophie als Disziplin sollte als Vermittler des menschlichen Wissens fungieren. Sicherlich braucht man eine solche Instanz, die den von den vielen Einzelwissenschaften zertrümmerten Überblick wiederherstellt. Doch zu diesem Zweck brauchen wir den Namen Philosophie überhaupt nicht. In jener Vermittlung geht es darum, das wissenschaftliche Wissen zu einem in sich stimmigen Ganzen zusammenzuführen und es dann der Gesellschaft in großen Zügen verständlich zu machen. Das hat mit philosophischen Gedanken überhaupt nichts zu tun, schon gar nicht mit den historischen Ideen von großen Philosophen. Ich bin ganz anderer Meinung. Was wir brauchen ist eine Philosophiewissenschaft, die die Ideen der historischen Philosophen gut kennt und zugänglich macht, und auf der anderen Seite eine Wissenschaft des Organons, die alle Einzelwissenschaften methodologisch fundiert und die alle wissenschaftlichen Erkenntnisse integriert. Diese beiden sind die Wissenschaften, die möglich und nötig sind. Das kreative Philosophieren — das grundsätzlich nicht zu einer Disziplin werden kann — soll immer eine freie, nicht schulmäßige Tätigkeit bleiben.
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