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Ich will nur lesen

Ich will nur mit diesem und jenem Autor Zeit verbringen, ihn sich allmählich zeigen zu lassen, die Wärme der ideenmäßigen Nähe beim Lesen in mir fühlen, mit ihm träumen, mich mit ihm verfahren, begeistern, beschweren, mit ihm dieses sehen und keine Augen für jenes haben, seine Begriffe deutlich erfassen und mich auf seine tiefsten Intuitionen einlassen. Und ich wünsche mir, dass meine Mitmenschen sich auch mit den großen Helden der Vernunft beschäftigen, und dass sie auch deren Ideen hegen und pflegen und nicht weiterhin an die Scholle der persönlichen Denkentwürfe gebunden bleiben. Deswegen verabscheue ich alles, was man heute unter dem Namen der Philosophie tut. Mich ekelt das ganze Geschwätz um die in Anführungsstrichen Philosophie, das unerträglich laute Gerede über, das keinen Raum lässt für das Denken mit.

So sehne ich mich nach einer richtigen Philosophiewissenschaft, denn nur mit einer solchen ließe sich aus der philosophischen Fakultät, die heute eine bloße Ansammlung von brüllenden Zwergen, die sich einbilden, Riesen zu sein, ist, einen gesellschaftlichen Raum, in dem nicht der Lärm des Marktplatzes, sondern die Ruhe der Bibliothek waltet, machen. Nur durch eine strenge Wissenschaft kann aus dem philosophischen Fachbereich eine wirklich nützliche Institution werden, die für die Gesellschaft überhaupt das wertvolle Erbe der philosophischen Ideen erschließen d. h. urbar machen soll.

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